Ohne die Reserve geht es nicht 


Als ehemaliger Lehrstabsoffizier Flugabwehreinsatz habe ich nach Auflösung der Heeresflugabwehrtruppe, unabhängig von weiteren Verwendungen und zuletzt als Taktiklehrer im Reservistenverband, die in TODENDORF stationierte Flugabwehrraketengruppe 61 (FlaRakGrp 61) im Rahmen der Taktikausbildung unterstützt. Im Mittelpunkt stand stets das Zusammenwirken von Heer und Luftwaffe sowie der Führungsprozess der Landstreitkräfte. Dabei hat Taktik nicht immer Spaß gemacht, war aber zwingend notwendig.

Die FlaRakGrp 61 ist ein einmaliger und einzigartiger Unikatverband und verfügt zurzeit noch über das Waffensystem MANTIS (Modular, Automatic and Network capable Targeting and Interception System), dem leichten Flugabwehrsystem und dem Luftraumüberwachungsradar.

Aufgabe ist die bodengebundene Luftverteidigung im Nah- und Nächstbereich und umfasst den Schutz von beweglichen Landstreitkräften sowie Objekten und Räumen vor Bedrohungen aus der Luft.

Seit dem 4. April 2018 ist die FlaRakGrp 61 offiziell dem niederländischen Defence Ground Based Air Defence Command in VREDEPEEL unterstellt. Damit werden zwei Ziele verfolgt:

Die Bildung einer Task Force der bodengebundenen Luftverteidigungskräfte im Nah- und Nächstbereich sowie die Schaffung eines bi-nationalen Kompetenzzentrums zur Weiterentwicklung dieser Fähigkeiten.

Bundeskanzler Olaf Scholz hat eine militärische Zeitenwende eingeleitet, sodass Deutschland in den kommenden Jahren ganz erheblich in die Luftverteidigung investieren wird und diese Fähigkeiten auch dem NATO-Bündnis zur Verfügung stellt.

Infolgedessen wird auch ab Sommer kommenden Jahres die FlaRakGrp 61 auf das neue Luftverteidigungssystem IRIS-T SLM (Infra Red Imaging System-Tail Surface Launched Medium Range) umgerüstet. Damit können Flugzeuge, Hubschrauber, Drohnen, Marschflugkörper und ballistische Kurzstreckenraketen bekämpft werden.

Allein aus dem derzeitigen Personalkörper wird ein erfolgreicher Aufwuchs kaum leistbar sein. Neben weiteren aktiven Soldaten werden auch zusätzliche Reservisten benötigt. Diese sind unverzichtbar und können die neuen Fähigkeiten aktiv ergänzen und verstärken.

Ohne die Reserve geht es nicht!

Was macht die FlaRakGrp 61 für die Reserve so attraktiv?

  • neue Herausforderungen und Chancen
  • ein neues innovatives Waffensystem
  • gelebte Multinationalität im Rahmen der Einsätze
  • einen einzigartigen und attraktiver Standort im echten Norden

Wir sehen uns in TODENDORF!

Hendrik Guttau

Oberstleutnant a. D.

Kontakt:

Stabsfeldwebel Raphael Baekler

+49 (0) 4385 59 2013

FlaRakGrp61Presse@bundeswehr.org

„VERZÖGERUNG“ in WUNSTORF

Die Taktiker der Landesgruppe Niedersachsen haben sich am 24. und 25. März zur ersten taktischen Weiterbildung in diesem Jahr im Offizierkasino auf dem Fliegerhorst in Wunstorf getroffen. Unter der Leitung von Taktiklehrer Oberst d. R. Biester und mit organisatorischer Unterstützung durch Oberstleutnant d. R. Pratje konnten die Teilnehmer ihr Wissen zum Thema Verzögerung erweitern.

Zu Beginn der Veranstaltung, am Freitag, wurden die Teilnehmer, als Gäste beim Lufttransportgeschwader 62, durch einen Vortrag von Oberstleutnant Schapschroer in die Eigenschaften, Fähigkeiten und Erfahrungen im Einsatz mit dem Militär-transportflugzeug A400M eingeführt.

Anschließend ging es im Unterrichtsraum in die rechnergestützte Ausbildung zur Auffrischung von Grundlagen, wie das Erstellen, Lesen, Auswerten und Ableiten von Absichten aus Prinzipskizzen und Operationsplänen.

Am Samstag wurde der Ablauf eines Verzögerungsgefechts anhand einer Kurzlage besprochen. Von der Gefechtsaufklärung vor der Aufnahme- und Sicherungslinie, über die einzelnen Verzögerungslinien bis in den rückwertigen Operationsraum wurde die Lage betrachtet. Durch die fortschreitende Lageentwicklung durch den Angriff von Rot mussten die Teilnehmer, am Modell des Führungsprozesses, fortwährend die Lage auf Bataillonsebene analysieren und bewerten sowie hierbei immer die Absicht der übergeordneten Führung bedenken.

Gleichzeitig erklärte Oberst d. R. Biester immer wieder neue Inhalte aus der aktuellen Vorschrift „Truppenführung“. Auch das „Gefecht der verbundenen Waffen“ kann jetzt jeder Teilnehmer am Beispiel erklären.

Interessante Erfahrungen wurden auch bei der Übertragung der Aufklärungsergebnisse der Spähtrupps „Auge 1“ und „Auge 2“ zur Bataillonsführung in Sprechfunkform, dem verschleiern im Bezugspunktverfahren und dem Berechnen von Kräften, Mitteln, Raum und Zeit gemacht. All diese Ergebnisse mündeten in einen Entschluss für die vier Kompanien des Bataillons durch den Bataillonskommandeur.

Das permanente Analysieren der Lageentwicklung, wiederkehrende Erarbeitung und Vortrag der geforderten Arbeitsergebnisse und die Gruppenarbeit zwischendurch führte bei allen Teilnehmern zu neuen Erkenntnissen und positiven Aha-Effekten.

Das Fazit der fordernden Weiterbildung in Wunstorf lautete einmal wieder bei allen Teilnehmern: „Nur üben, üben und noch einmal üben macht den Meister“ sowie „Taktik macht Spaß“!                                                                                                  

Axel Rehwinkel (KaLeu )

Taktische Weiterbildung in München:

Das vstk PzGrenBtl 612 in der Verteidigung

Der Kommandeur des vstk PzGrenBtl 612 sieht sich in seinen Operationsraum einem erwarteten Angriff einer mechanisierten Brigade Wislaniens gegenüber. So die Ausgangslage im Planspiel bei der Taktischen Weiterbildung für Reserveoffiziere vom 10. bis 13. März an der Sanitätsakademie der Bundeswehr in München.

Nun waren während der knapp zweieinhalb Tage die 25 Reserveoffiziere und Unteroffiziere der Reserve mit Portepee gefragt. Es hieß, konzentriert und zügig den Prozess der Entscheidungsfindung abrollen zu lassen und am Ende des Seminars den gefassten Entschluss in einem Lagevortrag zur Unterrichtung (LVU) dem fiktiven Kommandeur der eigenen Brigade vorstellen zu können. 

Unter der bewährten Führung der beiden Oberstleutnante a.D. Manfred Bettendorf und Jürgen Baumer machten sich die Teilnehmer an die Arbeit. Eine konzentrierte Auffrischung von Seiten der Dozenten in Sachen Führungsprozess und Entscheidungsfindung schufen den gemeinsamen Abholpunkt für alle Teilnehmerinnen und Teilnehmer. Lehrreiche und interessante inhaltliche Ergänzungen vermittelten filmisches Unterrichtsmaterial, Berichte aus der eigenen Truppenpraxis oder Erfahrungen aus zurückliegenden oder aktuellen Einsätzen der Bundeswehr.

Im ersten Schritt wurde der Auftrag ausgewertet und die Lagekarte aktualisiert. Anschließend erfolgte die Beurteilung der Lage und damit zunächst der Blick aufEinflussfaktoren: Wie in der Ausbildung vermittelt müssen Geofaktoren, zivile Lage, gegnerische und eigene Kräfte analysiert werden. Die unterschiedlichen Phasen der Entscheidungsfindung wurden in Gruppenarbeit bewältigt oder im Unterrichtsgespräch aus den verschiedenen Perspektiven beleuchtet. Dialog und Diskussion im Hörsaal bewährtensich als gelungenes Format, um die eigene Herangehensweise kritisch zu hinterfragen oder bisher unberücksichtigte Aspekte in die eigene Arbeit zu integrieren.

Nach Feststellung der Möglichkeiten des eigenen Handels, dem Kräfte- und Einsatzwertevergleich und der Bewertung und Abwägung der Möglichkeiten des eigenen Handels konnte der Entschluss gefasst werden. Mit Blick auf den Kommandeur der Brigade waren damit alle Voraussetzungen für einen präzisen und gut begründeten LVU gegeben.

Für die Teilnehmerinnen und Teilnehmen des Seminars war die Weiterbildung eine erfolgreiche Auffrischung der eigenen Ausbildung und ergänzte das Grundlagenseminar Taktik um die defensiven Variante einer Operation auf Bataillonsebene.

Nahezu alle Teilnehmenden wollen in Sachen Taktik am Ball bleiben: Mit dem Aufbauseminar offensive Operationen oder einer Ausbildung Simulationssystem für Rahmenübungen (SIRA) in HAMMELBURG vom 28.04.-05.05.2023. Der LVU ist dann mit Sicherheit wieder gefragt. 

Christoph Bender OLt zS d.R.

Handlungstraining für militärische Führer: Das Grundlagenseminar Taktik auf Bundesebene

Truppenführung, Militärische Symbole, Führungsverhalten, Einsatzgrundsätze, Stabsarbeit. Die breite Palette an Themengebieten verdeutlicht die intensive Ausbildung, an der 26 Reservisten vom 3.2. – 5.2.2023 an der Sanitätsakademie der Bundeswehr in München teilnahmen. Unter Federführung der Dozenten OTL a.D. Manfred Bettendorf und OTL a.D. Thomas Greim vertieften die Kameradinnen und Kameraden aus den Laufbahngruppen der Offiziere und Unteroffiziere ihre Kenntnisse im Bereich Taktik / Führen mit Auftrag, um in ihren jeweiligen Verwendungen Handlungssicherheit und Entschlussfreude zu schulen. „Die Verantwortung des militärischen Führers ist unteilbar. Aber delegieren Sie ebenso Verantwortung an ihre Untergebenen und lassen Sie ihnen Handlungsfreiheiten.“ betonten die Dozenten. „Führung basiert auch auf gegenseitigem Vertrauen. Und dazu benötigt es einer Übereinstimmung im Denken und Handeln, die Sie hier vertiefen werden“.

Im Mittelpunkt stand dabei der Führungsprozess als Handwerkzeug des militärischen Führers. Von der Lagefeststellung, der Entscheidungsfindung, der Planung bis zur Befehlsgebung sowie der anschließenden Kontrolle (Dienstaufsicht) durchliefen die Teilnehmer den gesamten Prozess auf Bataillonsebene, um letztendlich die Absicht der übergeordneten Führung und somit ihre wesentliche Leistung zu erfüllen. Hierbei integrierten die Dozenten Neuerungen der Truppenführung und deren Wirkung auf die Operationsarten, um die Teilnehmer auf den Ausbildungsstand der aktiven Truppe zu heben. Zusätzlich wurden Grundsätze für die Führung von Lagekarten, Einsatzgrundsätze eigener und feindlicher Kräfte und Grundlagen der Stabsarbeit innerhalb eines Bataillonsgefechtsstands vermittelt. 

Zur Veranschaulichung des Führungsprozesses diente dabei die Kurzlage HOHENHAMELN, in der die Teilnehmer die Rolle eines Bataillonskommandeurs übernahmen. Der Einsatz verbundener Kräfte konnte somit auch als Teil einer Lage abgebildet werden, in der die Inhalte des Seminars praktische Anwendung fanden. Dass ein entschlossenes, zielgerichtetes Handeln des militärischen Führers zum Erfolg führt, veranschaulichten die Dozenten am Beispiel einer zeitlich begrenzten Verteidigung gegen eine mechanisierte Infanteriebrigade. „Nutzen Sie ihre Handlungsfreiheiten und zeigen Sie Bereitschaft, Fehler hinzunehmen.“ verdeutlichte OTL a.D. Bettendorf. „Der größte Fehler liegt in Passivität und Bequemlichkeit“.

Die ausführlichen Unterrichtseinheiten erzielten eine rege Anteilnahme der Teilnehmer, die jederzeit auf die fundierten Kenntnisse und Erfahrungen der Dozenten zurückgreifen konnten. Auch persönliche Erfahrungen der Teilnehmer, die unter anderem Führungspositionen in Brigadestäben, Unterstützungseinheiten oder Kampfkompanien begleiten, flossen in die Erkenntnisse ein. Entsprechend positiv gestaltete sich die Abschlussbesprechung, in der Teilnehmer und Dozenten die Veranstaltung gedanklich zusammenfassten. Ein Ausblick auf die folgenden Aufbauseminare zu den Operationsarten Angriff und Verteidigung und die anstehende Simulationsübung SIRA in Hammelburg stießen ebenfalls auf großes Interesse. Die abschließenden Worte der Dozenten griffen dieses Interesse auf: „Tragen Sie das Erlernte in ihre Einheiten und berichten Sie interessierten Kameradinnen und Kameraden von uns. Denn nur durch ihre Teilnahme können Seminare wie diese auch in der Zukunft bestehen“.

Interessenten aus den Dienstgradgruppen der Offiziere und Unteroffiziere m.P. in herausgehobener Dienststellung (Kp-Ebene, ZgFhr, KTF, ab Btl-Ebene als S1Fw -S6Fw) finden auf der Web-Präsenz taktik-logistiklehrer.de die aktuellen Termine der kommenden Seminare.

M.HOFFMANN

Trauer um Taktiklehrer

Abschied von OTL a.D. Jüttner

Die Arbeitsgruppe Taktik und Logistiklehrer im Reservistenverband trauert um einen sehr engagierten Mitstreiter, Oberstleutnant a.D. Wolfgang Jüttner.

Jüttner kam als Unteroffizier zur Ausbildung zum Offizier im militärischen Fachdienst und wechselte später zum Truppendienst. Ursprünglich Soldat der Flugabwehrtruppe, wurde er ABC-Abwehroffizier und später Logistiker.

Drei Deutsche Reservistenmeisterschaften (DRM) und unzählige Taktiksemimare hat Wolfgang Jüttner nach seinem Ausscheiden aus dem aktiven Dienst mitgestaltet.

Oberstleutnant a.D. Wolfgang Jüttner (rechts) war ein sehr engagierter Taktiklehrer

In den Grund- und Aufbauseminaren Taktik bildete er Reservistinnen und Reservisten aller Organisationsbereiche weiter. Oft nahmen auch aktive Soldaten an diesen hochwertigen Ausbildungen teil, um sich auf Prüfungen vorzubereiten.


Als die Ausbildungslage „Obsidia“ in der bundeswehreinheitlichen Führer Aus- und Weiterbildung eingeführt wurde, vermittelte er diese zusammen mit dem dortigen Taktiklehrer in umfangreichen Wehrübungen für die Ausbildung an der Sanitätsakademie.

Dafür erhielt er vom Kommandeur der Sanitätsakademie das Ehrenkreuz der Bundeswehr in Gold.

Täglich in Erscheinung getreten ist er als Webmaster der Homepage der Taktik- und Logistiklehrer im Reservistenverband, die er selbst erstellte und bis zum Schluss über die Aktivitäten der Arbeitsgruppe berichtete.

Aufbauseminar I 21.10.-23.10.22 München

Vom 21. bis 23.Oktober 2022 fand das Aufbauseminar I, Verteidigung an der SanAkBw in München statt. Im Rahmen des Seminars wurden die anwesenden 34 Teilnehmer in die entsprechende Lage eingewiesen.

Ziel des Seminars war es in der Funktion als Kommandeur eines Einsatzverbandes die Verteidigung von der Auswertung des Auftrags über einen Lagevortrag zur Unterrichtung/ Entscheidung bis hin zur Erstellung eines Operationsbefehls.

Im Rahmen der Umsetzung wurde die Teilnehmer in 5 Gruppen aufgeteilten um die entsprechenden Schritte Gruppenarbeit zu erarbeiten.

Taktikausbildung für Reservisten in Hessen – Ausbildungsreihe 2022 erfolgreich durchgeführt

Nachdem sich die „AG Taktik Hessen“ bereits im Jahre 2021 virtuell in der BwCommunity konstituiert hatte, war es am ersten Aprilwochenende 2022 endlich so weit: Die erste Ausbildungsreihe Taktik konnte in Frankfurt/Main starten.

Die Initiatoren der AG, Herr Oberst d.R. Schniedermeier sowie Herr Hauptmann d.R. Richter als Leiter des AKRO Hessen, hatten in Zusammenarbeit mit Oberstleutnant a.D. Greim, Taktiklehrer im Reservistenverband, eine Grundlagenfortbildung zusammengestellt, die auf vier Wochenenden aufgeteilt wurde.

Ziel dieser Ausbildungsreihe war es, die beorderten Reserveoffiziere zu befähigen, zukünftig sich professioneller in ihren Truppenteilen einzubringen. Das ist notwendig, da in der Truppe angesichts der Aufwertung der Landes- und Bündnisverteidigung taktisches Handwerkszeug einen höheren Stellenwert einnimmt. Ausdruck dessen ist die Rückkehr der für Offiziere des Heeres verpflichtenden Heereseinheitlichen Taktischen Weiterbildung, die jetzt wieder jährlich durchgeführt wird.


Am ersten Termin sollten somit erstmal die Grundlagen vermittelt bzw. wieder in Erinnerung gerufen werden, um dadurch die Voraussetzung für weitere Fortbildungen zu schaffen. Dieser Auftakt wurde am 02. – 03.04.22 in einem Kreis der 17 Teilnehmer*innen durchgeführt. Die dabei vorgegebene Herangehensweise traf auf große Zustimmung, da bei vielen Teilnehmern die letzten Berührungspunkte mit taktischen Begriffen der Bundeswehr stellenweise schon Jahre zurücklag.

Somit wurden in der Veranstaltung die Grundlagen der Truppenführung, des Führungsprozesses und der Führung im Einsatz vermittelt. Die Teilnehmer*innen, die vom Feldwebel bis Oberstleutnant reichten, beteiligten sich sehr engagiert.


Im zweiten Termin wurde die taktische Aktivität „Verteidigung“ intensiv thematisiert. Hierbei wurde die „Beurteilung der Lage“ in sämtlichen Facetten beübt und besprochen. Nach der Entschlussfassung, waren die Befehlsgebung und der Erstellung des Operationsplanes Bestanteil der Ausbildung. Auch der Umgang mit LVU/LVE wurde intensiv geübt.


Mitte Mai fand die dritte Fortbildung statt. Der Ausbildungsschwerpunkt an diesem Wochenende war die militärische Geländeerkundung. Daher verließ die AG die gewohnte Umgebung in Frankfurt/Main und verlegte mit Herrn OTL a.D. Greim in die Rhönkaserne in Wildflecken.

Dort erfolgte am Samstagmorgen in den Räumen des Gefechtssimulationszentrums die Einweisung in die Gesamtlage. Jeder der Teilnehmer*innen übernahm die Rolle des Btl Kdr des vstk 13. PzBtl, welches als Teil der 1. Multinationalen Brigade eingesetzt war. Der Auftrag dieses Btl war es, einen Angriff im Schwerpunkt der Brig südlich der B279 in Richtung Schweinfurt zu führen.

Ab Samstagmittag erkundete die AG im Angriffsraum, um die Möglichkeiten eigenen Handelns unter Berücksichtigung des Geländes sowie der Möglichkeiten des Feindes zu bewerten und zu diskutieren. Hierbei stellten die Teilnehmer*innen wiederholt fest, dass durch die tatsächlichen Bedingungen vor Ort immer wieder Aspekte zu beachten waren, die durch die alleinige Bewertung des vorliegenden Kartenmaterials gar nicht erkannt worden wären.

Die Diskussionen über den erlebnisreichen Tag verstummten auch nicht beim Kameradschaftsabend, der den Samstag abschloss.

Am Sonntagmorgen wurde die Erkundung im Einsatzraum fortgesetzt. Dort wurden in zwei Arbeitsgruppen die Möglichkeiten zum Überwinden der Lauer (Fluss) in den Ortschaften Poppenlauer bzw. in Maßbach beurteilt. Jeweils vor Ort präsentierten die zwei Gruppen ihre Lösungsvorschläge.


Die abschließende Ausbildungseinheit erfolgte wieder in der gewohnten Umgebung in Frankfurt/Main statt. Hier wurde die Lage aus der vorausgegangenen Lageerkundung weiterbearbeitet. Die Teilnehmer*innen bearbeiteten anhand von Lagefortschreibungen sogenannte Kurzlagen. Hierbei lag der Schwerpunkt auf dem „Handwerkszeug“ der Taktiker: LVU/LVE, Entschluss und Befehlsgebung.

Alle Teilnehmer/innen zeigten sich zum Abschluss dieser Ausbildungsreihe sehr zufrieden mit den vermittelten Lerninhalten und der Art und Weise, wie Herr OTL a.D. Greim diese an den Ausbildungswochenenden weitergegeben hat. Weitere Termine der AG sind noch für 2022 zu erwarten. Für 2023 ist eine weitere Ausbildungsreihe vorgesehen.

Wertvolle Taktikausbildung 11.05.-13.05.22

„defensive Operationen und Verteidigung“

Taktikteilnehmer des Lehrgangs vom 11.05.-13.05.2022 in München

Die Taktikausbildung im Reservistenverband schreitet voran. 30 Reservisten besuchten kürzlich das Aufbauseminar Süd. Die Ausbilder Oberstleutnant a.D. Manfred Bettendorf und Jürgen Baumer legten diesmal den Schwerpunkt auf defensive Operationen und Verteidigung.

Die Teilnehmer mussten den Führungsprozess und Entscheidungsfindung am Beispiel der Verteidigungslage „Altraverdo“ anwenden. Die Teilnehmer haben den Auftrag ausgewertet, die Absicht der übergeordneten Führung, die wesentliche Leistung in Gruppen erarbeitet und anschließend begründet. Als nächstes standen die Erarbeitung und Formulierung des Bataillonsbefehls im Fokus. Dieser Befehl und der Operationsplan wurden im dialogischen Prinzip mit den Taktiklehrern erarbeitet und besprochen.

Neben der Theorie arbeiteten die Reservisten auch praktisch an der Karte. Zum Schluss waren die Teilnehmer nun besser auf die im Jahr 2023 anstehende SIRA-Übung in Hammelburg vorbereitet.

Im Selbststudium werden sie nun weitere Inhalte einüben und in einem weiteren Aufbauseminar im September 2022, Offensive Taktische Aktivitäten, mit Schwerpunkt einer Geländebesprechung die Vorbereitung auf die SIRA-Ausbildung ergänzen.

Bei der Organisation des Seminars unterstützte Ines Aschbauer, Leiterin der Geschäftsstelle Murnau des Reservistenverbandes.

Taktische Weiterbildung Niedersachsen – Jahresabschluss 2019

Am 15. – 16. November 2019 erfolgte wieder der Jahresabschluss der diesjährigen Ausbildungsreihe zum Thema Taktik der Landesgruppe Niedersachsen auf den Fliegerhorst in Wunstorf.

Neben aktuellen Themen im Bereich der Taktik die vom leitenden Oberst d.R. Biester vortrug, wurde schwerpunktmäßig die Lage des fiktiven PzGrenBtl 22 behandelt. An diesem Wochenende sollten die Teilnehmer der Weiterbildung den Einsatz des PzGrenBtl in der Verzögerung einsetzen. Mehrere unterschiedliche Lösungsmöglichkeiten wurden entwickelt und lebhaft diskutiert.

Am Abend hatten die Lehrgangsteilnehmer noch eine Überraschung für den Leitender. Herr Oberst d.R. Biester feierte in diesem Jahr „inoffizielles Dienstjubiläum“ als Taktiklehrer des Reservistenverbandes. Dies nahmen die Lehrgansteilnehmer zum Anlass, ihm ein kleines Geschenk zu machen.

Um zukünftig standesgemäß seinen Sherry auf dem „Gefechtsfeld“ genießen zu können, wurde für ihn eine ehemalige Munitionskiste umfunktioniert. Die Überraschung war geglückt.

Nach dem Abendessen erfolgte noch weitere taktische Gespräche die teilweise erst spät in der Nacht endeten. Am darauffolgenden Tag flossen einige Erkenntnisse der Nacht in die weitere Problemlösung mit ein, bevor die Veranstaltung dann um 16:00 Uhr endete und die Lehrgangsteilnehmer wieder nach Hause fuhren. 

Dafür, dass Taktik Spaß macht, sorgte OTL d. R. Hans-Joachim Pratje, indem er die Veranstaltung gut organisiert hatte und somit für einen reibungslosen Verlauf verantwortlich war.

Damit endete die Taktikausbildung der Landesgruppe Niedersachsen 2019.

Taktische Weiterbildung Wunsdorf

Am 21. September 2018 war es wieder so weit. Die Landesgruppe Niedersachsen des Reservistenverbandes lud alle Interessierten Reservisten der Laufbahngruppen Uffz und Offz zur taktischen Weiterbildung auf den Fliegerhorst nach Wunstorf ein.

Bei dieser Veranstaltung sollten die Grundlagen einer Geländeerkundung vertieft werden. Im Regelfall erfolgt die Erkundung aus Sicht eines Verantwortlichen der Kampftruppe, um somit den Blick für die Vor- und Nachteile, welche das Gelände für die eigene Gefechtsführung bietet, zu schärfen. Allerdings hatte der Leitenden, Herr Oberst d.R. Biester, sich in diesem Jahr etwas Besonderes überlegt. Die Lehrgangsteilnehmer „schlüpften“ diesmal nicht in die Rolle des KpChef einer Pz-/PzGrenKp, sondern in die Funktion des Führers eines Pioniererkundungstrupps, der einer PzGrenKp zur Zusammenarbeit unterstellt war. Der Auftrag der PzGrenKp konnte bei dieser Veranstaltung nicht ohne den Einsatz von Pionieren erfolgreich durchgeführt werden.

Der Auftrag der PzGrenKp war es, einen Angriff zu führen, der über die Leine und ggf. über den Mittellandkanal gehen sollte, um dort abschließend einen Brückenkopf zu bilden.

Um diesen Auftrag bewältigen zu können, wurden am Freitag für die aus mehreren Bundesländern angereisten Teilnehmer, die theoretischen Grundlagen gelegt, um somit das fachliche Wissen für den kommenden Tag aufzubauen. Diesen Teil der Fortbildung wurde von einem Reserveoffizier der Pioniertruppe übernommen, so dass am Ende des Tages alle Teilnehmer den gleichen Wissenstand hatten. Begriffe, wie Panzerschnellbrücke Leguan, Amphibie M3 oder FSB waren dann nichts mehr Unbekanntes.

Am Samstag erfolgte dann zuerst die Erkundung der ersten Übergangsstelle an der Leine im Raum Garbsen – Gümmer. Zwei Arbeitsgruppen machten sich auf den Weg, um eine aus ihrer Sicht optimale Übergangsstelle zu identifizieren.

Zum Abschluss des Vormittags präsentierten beide Arbeitsgruppen ihre Ergebnisse direkt an der Leine. Nach Diskussionen zu den Themen Fließgeschwindigkeit, Uferbeschaffenheit u.ä. Details, einigte man sich darauf, dass mit Unterstützung eines Pionierpanzers Dachs und der Panzerschnellbrücke Leguan ein Übergang über die Leine möglich wäre.

Am Nachmittag rückte die geplante Übergangsstelle am Mittellandkanal in den Fokus der Teilnehmer. Schnell war klar, dass der Übergang zwischen Lohnde und Gümmer erfolgen sollte.

Zusätzlich zur Erkundung der Übergangsstelle, hatten die Teilnehmer den Auftrag, behelfsmäßig mit Hilfe der Geometrie, die Breite des Kanals zu bestimmen. Hierzu sollten die Regeln eines rechtwinkligen Dreiecks genutzt werden.

Bei der Abschlussbesprechungen präsentieren die Arbeitsgruppen ihre Ergebnisse. Die Abweichungen bei den ermittelten Gewässerbreiten waren marginal und erfüllten somit vollkommen die Erwartungen des Leitenden. Man war sich einig, dass die vorgestellten Arbeitsergebnisse alle umsetzbar und letztendlich somit gute Handlungsalternativen für den zu beratenden Chef der PzGrenKp darstellten. Somit war das Ziel dieser Fortbildung zu 100% erfüllt.

Dass Taktik Spaß machen kann, dafür sorgte OTL d.R. Hans-Joachim Pratje, indem er die Veranstaltung gut organisiert hatte und somit für einen reibungslosen Verlauf verantwortlich war.